Mia Sachse startet bei den Rödertalbienen den Bundesfreiwilligendienst
Handballerin Mia Sachse startet wie rund 80 Freiwillige im Freistaat Sachsen ihr Bildungs- und Orientierungsjahr mit dem Bundesfreiwillendienst (BFD) im Sport. Genau beim HC Rödertal. Ein besonderes Format bietet der BFD im Spitzensport. Er ermöglicht es Nachwuchsleistungs- und Spitzensportlerinnen, ihren Bundesfreiwilligendienst flexibel mit ihren sportlichen Verpflichtungen zu verbinden. „Diese Möglichkeiten sind für den Verein enorm wichtig. Noch viel wichtiger ist das Entwicklungspotenzial für junge Menschen. Die Chance, ihre Möglichkeiten zu entdecken, ihre Können zu testen und vor allem daraus zu lernen. Dies passt perfekt zu unserer Philosophie, die sportliche und persönliche Entwicklung unserer Nachwuchsspielerinnen zu verbinden“, sagte HCR-Präsidentin Dr. Denise Klinger.
Diese Möglichkeiten müssen auch erhalten bleiben. „Angesichts der aktuellen politischen Diskussionen über einen möglichen neuen Zivildienst bleibt abzuwarten, wo der Sport entsprechende Berücksichtigung erfährt. Klar sollte sein, dass sich ein neuer Zivildienst strukturell eng an den bestehenden Freiwilligendiensten orientieren und anschlussfähig gestaltet sein sollte. Eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung für zivilgesellschaftliche Strukturen sollte als selbstverständlich bedacht sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Jugendfreiwilligendienste neben einem novellierten Bundesfreiwilligendienst gleichermaßen gestärkt werden„, erläutert Paul Werner, 1. Vorsitzender der Sportjugend Sachsen in einer Mitteilung des Landesportbundes Sachsen.
Die Sportjugend Sachsen ist Träger der Freiwilligendienste im Sport im Freistaat Sachsen. Seit mehr als 20 Jahren sind die Freiwilligendienste im Sport ein fester Bestandteil der sportlichen Jugendarbeit in Sachsen. Sie richten sich vor allem an junge Menschen unter 27 Jahren. Aber auch Menschen über 27 können sich im Rahmen des BFD für ein Orientierungsjahr im Sportverein entscheiden. Die Aufgaben der Freiwilligen sind dabei vielseitig: Sie unterstützen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, betreuen Sportgruppen, helfen bei Veranstaltungen oder bringen sich im Vereinsmanagement ein. Gleichzeitig sammeln sie wertvolle Praxiserfahrungen, übernehmen Verantwortung und haben die Möglichkeit, sich sportfachlich weiterzubilden.
Zwischen Nachwuchsarbeit und Leistungssport:
Die 16 Jahre alte Mia Sachse hat nun gleich zwei Rollen beim HC Rödertal. Die junge Torhüterin wechselte vom BSV Sachsen Zwickau ins Rödertal und engagiert sich gleichzeitig im Rahmen eines Freiwilligendienstes im Verein. Ursprünglich kommt sie aus dem Erzgebirge, aus einem Dorf in der Nähe von Marienberg, wo sie durch die Teilnahme an Turnieren mit der Grundschule 2016/2017 zum Handball gekommen ist. „Seitdem ist der Sport ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich habe neun Jahre beim HSV Marienberg gespielt, ein Jahr beim BSV Sachsen Zwickau und jetzt bin ich beim HC Rödertal“, sagte Torhüterin Mia Sachse.
Zum Bundesfreiwilligendienst beim HC Rödertal haben wir ihr ein paar Fragen gestellt:
Wie ist die Idee dazu entstanden?
„Ich habe dieses Jahr die Schule mit dem Realschulabschluss beendet und es gab zwei Pläne. Plan A wäre eine Ausbildung beim Zoll gewesen, welche ich jedoch leider nicht bekommen habe und Plan B war es, den Freiwilligendienst im Sport zu absolvieren. Die Idee ist durch meine sportlichen und beruflichen Interessen entstanden.“
Warum hast du dich dabei bewusst für den HCR als Einsatzstelle entschieden?
„Ich habe mich für den HC Rödertal entschieden, weil ich vor kurzem hierher gewechselt bin, für den Verein spiele und hier auch sportlich gesehen, große Chancen sehe. Außerdem, weil ich mich hier sehr wohl fühle und den Verein gern unterstützen möchte.“
Welche konkreten Aufgaben übernimmst du im Verein?
„Ich will helfen, wo es geht, unterstütze bei Vorbereitungen für die Bundesligaspiele, übernehme Torhütertraining bei der D2-Jugend und vieles mehr.“
Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?
„Sehr abwechslungsreich. Ich unterstütze, helfe und organisiere in den verschiedensten Bereichen, erledige Sachen allein oder im Team und habe natürlich auch noch selbst Training und Spiele.“
In welchen Bereichen darfst du bereits selbstständig Verantwortung übernehmen?
„Bei Vorbereitungen für Spiele, Torhütertraining, organisatorische Aufgaben.“
Gibt es eine Aufgabe oder ein eigenes Projekt, das du während deines Freiwilligendienstes besonders gern umsetzen möchtest?
„Wir arbeiten dran, ich möchte je auch einen Fußabdruck hinterlassen.“
Was möchtest du in diesem Jahr persönlich und vielleicht auch für deinen späteren beruflichen Weg lernen?
„Ich möchte viele neue Erfahrungen sammeln, neue Leute kennenlernen, mich weiterentwickeln und neue Eindrücke vom Berufsleben bekommen.“
Du bist gleichzeitig Spielerin und arbeitest im Verein. Ist es manchmal schwierig, zwischen diesen beiden Rollen zu wechseln?
„Nein, ich finde, dass man das alles super kombinieren kann.“
Kommen wir zum Sportlichen. Was unterscheidet das Training beim HC Rödertal von dem, was du zuvor gewohnt warst?
„Es ist strukturierter, manchmal anstrengender, man nimmt sehr viel daraus mit und es bringt einen weiter.“
Wie wurdest du von den Spielerinnen, Trainern und Verantwortlichen aufgenommen? Wann hattest du erstmals das Gefühl, wirklich angekommen zu sein?
„Ich wurde schnell ins Team aufgenommen. Schon nach den ersten paar Trainings hatte ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Ich bin sehr dankbar dafür und fühle mich sehr wohl hier.“
Die Jugend-Bundesliga-Qualifikationen habt ihr verpasst. Wie hast du diese Turniere und die Enttäuschung danach erlebt?
„Die Enttäuschung danach war natürlich sehr groß, jedoch haben wir als Team versucht, unser Bestes zu geben. Es waren schöne Turniere, mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen, die uns weiterbringen werden.“
Gab es nach den verpassten Qualifikationen einen Moment, in dem du an deiner Entscheidung für den Wechsel gezweifelt hast?
„Um ehrlich zu sein, ja, es gab einen kurzen Moment, als ich den Wechsel hinterfragt habe. Es war wie ein kleiner Rückschlag, wieder keine Jugendbundesliga spielen zu können. Jedoch sagt die Liga nicht alles und es stehen für die nächste Saison immer noch alle Türen offen.“
Wie wichtig ist für deine persönliche Entwicklung die tägliche Trainingsqualität im Vergleich zur Frage, in welcher Liga du spielst?
„Die tägliche Trainingsqualität ist am Ende natürlich viel wichtiger, im Vergleich zur Liga, in der man spielt. Nur durch ein gutes Training, kann man besser werden und sich entwickeln und somit kann man dann vielleicht auch die höchste Liga erreichen, aber man muss viel dafür tun.“
Wo möchtest du am Ende deines Freiwilligendienstes persönlich und sportlich stehen?
„Ich möchte am Ende, nochmal mehr Klarheit über mein Berufsleben haben und mich persönlich und sportlich weiterentwickelt haben.“
Wenn du den HC Rödertal mit drei Begriffen beschreiben müsstest: Welche wären das?
„Bienenstock, Erfolg, Leidenschaft.“
Vervollständige bitte zum Abschluss den Satz: „Der Wechsel zum HC Rödertal war für mich …“
„Genau die richtige Entscheidung.“