Der HC Rödertal verabschiedet Urgestein Ann Rammer

26. Mai 2026

Der HC Rödertal verabschiedet Urgestein Ann Rammer

Großröhrsdorf, Dienstag, 26.05.2026

Nach 17 Jahren im Trikot der Rödertalbienen wird Torhüterin Ann Rammer (36) ihre einzigartige Karriere im Bienenstock beenden. Mit ihrem Abschied verlässt eine Persönlichkeit den aktiven Leistungssport, die den Verein und den Frauenhandball geprägt hat wie kaum eine andere. Seit der Vereinsgründung im Jahr 2009 trägt Ann das Bienen-Logo auf der Brust. Was damals mit einer jungen, 19-jährigen Torhüterin vom HSV 1923 Pulsnitz begann, entwickelte sich über viele Jahre zu einer außergewöhnlichen Geschichte.
 
Ann Rammer hat den HC Rödertal nicht nur begleitet – sie hat ihn geprägt.
Von der Mitteldeutschen Oberliga über die 3. Liga bis in die 1. Bundesliga war sie auf jeder Etappe dabei. Sie feierte Aufstiege, kämpfte sich durch schwierige Zeiten, blieb dem Verein treu, als die Mannschaft in die Dritte Liga absteigen musste. War aber neben Ronja Nühse auch Garant für den direkten Wiederaufstieg als bester Aufsteiger aller Zeiten. Blieb dem Verein auch nach Rückschlägen treu und wurde damit zu einer der prägendsten Figuren der Vereinsgeschichte.
 
Geschäftsführer Andreas Baier findet dafür sehr emotionale Worte:
„Mit Ann verabschiedet sich eine absolute Bienen-Legende. Sie hat die Entwicklung dieses Vereins über viele Jahre mitgetragen, mitgestaltet und miterlebt wie kaum jemand anderes. Ann war nie einfach nur Torhüterin – sie war Identifikationsfigur, Leistungsträgerin, Antreiberin und Vorbild zugleich. Was sie sich mit unglaublichem Ehrgeiz, Trainingsfleiß und Willen erarbeitet hat, verdient allerhöchsten Respekt.“ Dabei war ihr Weg keineswegs selbstverständlich. „Ann hatte nicht von Beginn an die perfekte Ausbildung oder außergewöhnliche Voraussetzungen. Vielmehr machte sie sich mit Disziplin, Mentalität und kompromisslosem Einsatz Jahr für Jahr besser. Gerade diese Entwicklung macht ihre Karriere so besonders“, so Baier weiter. „Sie hat etwas, das man nicht trainieren kann: absoluten Willen. Sie hat sich jede Leistung hart erarbeitet und ist dadurch zu einer der besten Torhüterinnen der 2. Bundesliga geworden. Das nötigt uns allen größten Respekt ab.“
 
Spätestens in der Saison 2022/23 schrieb Ann Rammer endgültig ihr eigenes Kapitel Vereinsgeschichte: Mit 298 Paraden wurde sie zur besten Torhüterin der gesamten 2. Bundesliga – ein weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere voller besonderer Momente. Doch Zahlen erzählen bei Ann Rammer nur einen Teil der Geschichte.
Denn für die meisten Fans, Mitspielerinnen und Nachwuchsspielerinnen war und ist sie das Gesicht der Rödertalbienen. Emotional. Bodenständig. Ehrlich. Immer voller Leidenschaft für den Verein.
 
Cheftrainerin Maike Daniels beschreibt ihre Bedeutung so:
„Ann ist für jede Mannschaft ein Geschenk. Sie arbeitet unglaublich akribisch, bringt enorme Erfahrung mit und lebt Leistungssport jeden einzelnen Tag vor. Gleichzeitig ist sie emotionaler Mittelpunkt, Antreiberin und wichtige Ansprechpartnerin – für das Team genauso wie für das Trainerteam.“
 
Auch abseits des Spielfelds ist sie eine feste Größe. Seit geraumer Zeit gibt sie ihr Wissen an die Nachwuchstorhüterinnen des Vereins weiter und begeistert sie für ihre Position. Genau deshalb hofft der Verein, dass der Abschied vom aktiven Leistungshandball nicht gleichzeitig ein Abschied vom HC Rödertal sein wird. „Ganz gehen lassen wollen wir Ann eigentlich nicht“, erklärt Andreas Baier. „Wir wünschen uns sehr, dass sie ihre Erfahrung, ihre Mentalität und ihre Persönlichkeit auch künftig in anderer Funktion beim HCR einbringt. Die Gespräche dazu laufen aktuell noch.“
 
Auch ehemaliger HCR-Geschäftsführer Kai Kaufmann ist stolz: „Wir freuen uns, dass wir mit Ann bis zum letzten Tag ihrer aktiven Karriere einen gemeinsamen Weg gehen. Sie steht beispielhaft für den Vereinsweg, Frauen und Mädchen der Region die Möglichkeit zu geben, Leistungshandball zu spielen. Ann hat diese Möglichkeit für sich und den Verein hervorragend genutzt. Sie ist durch ihre Leistung und vor allem auch durch ihre professionelle Einstellung ein Vorbild für den Handballsport.“
 
Ann selbst blickt mit großer Dankbarkeit auf ihre außergewöhnliche Reise zurück:
„Der HC Rödertal ist mein Verein. Ich bin hier erwachsen geworden – sportlich und persönlich. Wenn ich heute zurückblicke, dann sehe ich nicht nur Spiele oder Ergebnisse, sondern vor allem Menschen, Begeisterung und unzählige Erinnerungen. Dieser Verein war über viele Jahre ein riesiger Teil meines Lebens. Dafür bin ich unglaublich dankbar.“ Und weiter: Ich durfte mit dem HCR Dinge erleben, von denen ich als junge Spielerin nie zu träumen gewagt hätte. Aufstiege, die 1. Bundesliga, volle Hallen, Erfolge und Siege, Meisterschaften, aber auch schwierige Zeiten – genau das hat diese Reise so besonders gemacht. Dass ich all das mit diesem Verein erleben durfte, bedeutet mir unglaublich viel. Dankbar bin ich für all meine Wegbegleiter, Spielerinnen, Trainerstab, den Fanclub, allen Ehrenamtlichen und allen voran meine Familie, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin und bis zum heutigen Tag immer an meiner Seite sind. Ohne euch alle wäre meine Handballkarriere so nicht möglich gewesen.“
 
Mit Ann Rammer endet beim HC Rödertal eine Ära.
Ehrenpräsident Andreas Zschiedrich abschließend: „Wir sind stolz und froh, eine Person wie Ann Rammer als das Gesicht des Vereins zu wissen. Wir alle wissen, was wir an ihr haben. Ann ist das „Urgestein“ im Verein und in der Mannschaft. Halbe Sachen gibt es bei ihr nicht. Und das begeistert mich.“
 
Danke, Ann.
Für 17 Jahre Bienenherz.
Für unzählige Paraden und Spielminuten.
Für deinen Fleiß und Deine Treue.
Für dein mitreißendes Gemüt.
Für alles, was du für diesen Verein warst, bleibst – und bist.
 
Eine Bienen-Legende. Einmal Biene, immer Biene.

Spieltagsheft

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Nachbericht

Rödertalbienen gegen Werder Bremen erfolgreich

Samstag, 07.02.2026, 18:30 Uhr  I   HC Rödertal – SV Werder Bremen 31:26 (15:14)
 

Die Rödertalbienen konnten das erste Heimspiel in der Rückrunde der 2. Alsco Handball-Bundesliga Frauen vor 531 Zuschauern erfolgreich gestalten und den 3. Tabellenplatz behaupten. Gegen den SV Werder Bremen hieß es am Ende 31:26 (15:14).

Trotz des klaren Erfolges war Chefcoach Maike Daniels mit dem Spiel ihres Teams nur bedingt zufrieden: „ Wir finden nur sehr schwer in das Spiel und hatten in der 1. Halbzeit gegen die schnellen Bremerinnen in der Abwehr unsere Probleme. In der zweiten Hälfte spielen wir bis zur 52. Minute so, wie ich mir das vorgestellt hatte, um die letzten acht Minuten herzuschenken. Hier fehlt uns einfach noch die Konstanz.“

Den ersten Treffer des Spiels erzielte Leni Ruwe für den SV Werder Bremen, sie war mit acht Treffern die Torschützenbeste des Spiels. Rödertal konnte zwar immer wieder ausgleichen, lief aber auch immer einem Rückstand hinterher. Besonders die Ruwe-Schwestern Leni und Emma stellten die Bienenabwehr vor Probleme. Erst drei Sekunden vor der Halbzeitsirene konnte Eleonora Stankovic mit einem Konter die erste Führung für die Rödertalbienen (15:14) erzielen. Daniels fand deutliche Worte in der Kabine. Die Chancenverwertung und auch die Abwehrleistung müssen besser werden.

Die Bienen begannen die zweite Hälfte wesentlich konzentrierter und plötzlich lief das Spiel. Jetzt legten die Gastgeberinnen vor und Bremen musste nachziehen. So ging es bis zur 40. Spielminute (21:19). Ann Rammer im Tor und Arwen Gorb prägten jetzt das Spiel der Rödertalbienen. Sie gaben die entscheidenden Impulse. Das druckvolle Spiel und die konsequente Abwehrleistung zeigten Wirkung. Bremen fand einfach keine Mittel. Innerhalb von nur 10 Minuten zogen die Gastgeberinnen auf 30:21 davon. Das Spiel war entschieden. Was dann geschah, ist nur schwer zu erklären. Der klare Vorsprung sollte eigentlich Sicherheit bringen, aber genau das Gegenteil war der Fall. Das Bienenteam war plötzlich völlig von der Rolle und so gingen die letzten acht Minuten mit 1:5 an die Gäste.

Am Ende stand immer noch ein deutlicher Erfolg mit 31:26 aber er hatte einen kleinen Beigeschmack. Auch Gästetrainerin Renee Verschuren war nicht ganz zufrieden: „Nach einer guten 1. Halbzeit hatten wir in der 2. Hälfte eine Schwächephase und werfen zu viele Bälle weg. Das hat uns ein besseres Ergebnis gekostet.“

Torfrau Ann Rammer wurde als wertvollste Spielerin vom Spieltagspräsentator Sachsen-Lotto ausgezeichnet.

Bereits am nächsten Wochenende empfangen die Rödertalbienen den VfL Waiblingen im Bienenstock. Anwurf am Samstag ist 18:30 Uhr.

Der HCR spielte mit:
Ann Rammer und Joleen Schneider im Tor; Rozemarijn Alderden , Shaul Mor (3), Lena Smolik (2), Isabel Wolff n.e., Bo Dekker (4/4), Vanessa Huth (1), Anna Franková (1), Leila Ott (3), Eleonora Stankovic (5), Jasmin Eckart (1), Lea Grießer (4), Natascha Foley, Leonie Meersteiner

7m: 4/6 : 4/4 Strafen: 2 x 2 Min. / 3 x 2 Min